Kanti Alpenquai: Eine Zugreise mit Tanz, Musik – und einem Mord

Der Verein Musical Fever zeigt dieses Jahr in der Aula der Kantonsschule Alpenquai Luzern eine selbst geschriebene Adaption von «Mord im Orientexpress».

 

«Mord im Orientexpress» ist einer der berühmtesten Kriminalromane von Agatha Christie. Er diente dem Verein Musical Fever dieses Jahr als Vorlage für das neue Musical mit dem Titel «Bon Voyage». Die beiden Co-Regisseurinnen Michèle Fella (20) und Dina von Känel (20) haben gemeinsam das Textbuch neu geschrieben. Entstanden ist ein komplett selbst erarbeitetes Stück, das mit seinen ebenfalls neu interpretierten 15 Songs – unter anderem «The Wine Song» und «Davy Jones Theme» – mitreisst.

Die Zugreise startet in Istanbul im Jahr 1934. Die Fahrgäste stammen aus allen Schichten und Ländern. Auch der berühmte Privatdetektiv Hercule Poirot steigt in den Orientexpress mit dem Ziel Wien ein. Bei Jazzmusik und Zigarettenrauch geniessen die Reisenden ihr Abendessen und knüpfen Kontakte. Der Zug kämpft sich durch einen Schneesturm. Die Nacht endet dramatisch, der Orientexpress bleibt im Schnee stecken – und der Amerikaner Samuel Ratchett wird erstochen in seinem Abteil aufgefunden. Poirot beschliesst, mit Hilfe seines Freundes Monsieur Bouc und der Ärztin Dr. Constantine, sich dem Fall anzunehmen. Die Lage spitzt sich zu, bis der Mord schliesslich mit einer verblüffenden Lösung von Poirot aufgeklärt wird.

Junger Verein mit 220 Mitgliedern

Der Verein Musical Fever besteht aus 220 Jugendlichen zwischen 13 und 26 Jahren. Rund 80 Mitglieder sind aktiv an der aktuellen Produktion beteiligt, der gemeinsame Nenner ist die Leidenschaft fürs Musical. Auf der Bühne stehen dieses Jahr 23 Spieler, im Orchester wirken 22 Musiker mit. Es ist ein Genuss, den jungen Talenten zuzusehen und zuzuhören, in was die monatelange Probezeit gipfelt. Können und Leidenschaft verbinden sich zu einer eindrücklichen Bühnenshow. Die Choreografien sind überraschend und sitzen. Das Bühnenbild lässt den Mund für einen Moment offenstehen. Quer über die Bühne steht ein gigantischer Zug, in der Mitte geöffnet, so dass man Einblick in den Salon hat. Die Lokomotive scheint links der Bühne fast in die Zuschauer zu dampfen.

Stimmig sind auch die Kostüme, welche die Zeitreise perfekt unterstreichen: «Wir haben einen Fundus, einiges auch ausgeliehen, in Brockenhäusern zusammengesucht und eine talentierte Schneiderin unter uns, die vieles genäht hat», erklärt Michèle Fella.

Fella studiert Musik und Bewegung und führt erstmals Regie. Was war für sie die grösste Herausforderung? «Das Originalbuch gibt für ein Musical eher wenig her. Wir mussten es so umschreiben, dass Emotionen gezeigt und Bilder beim Publikum erzeugt werden können.» Das ist einwandfrei gelungen, heute Abend ist Premiere.

Quelle: Luzerner Zeitung