In vier Kurzgeschichten stehen stürmische Zeiten im Fokus

Der Verein Musical Fever präsentiert mit «Starkwindereignisse» in der Aula der Kantonsschule Alpenquai eine Eigenproduktion. Stark ist auch die Leistung des ganzen Ensembles.

 

«Dies ist kein Test. Hier spricht das offizielle Notfall-Übertragungssystem der Regierung. Der Nationale Wetterdienst hat eine Sturmwarnung ausgestellt. Im Flachland, wie in den Bergen treten Böen der Windstärke 12 auf. Dauer unbestimmt!» So schallt es durch den Zuschauerraum der Aula Kantonsschule Alpenquai, wenn am Freitagabend die Premiere des neuen Stücks «Starkwindereignisse» des Vereins Musical Fever startet.

Diese Einstimmung wirkt besorgniserregend, fast schon nervös erwartet man das weitere Geschehen. Doch noch bleibt es ruhig: Die erste der vier in sich geschlossenen Kurzgeschichten ist vordergründig aus dem ganz normalen Alltag junger Menschen gegriffen.

Fünf Schülerinnen und Schüler arbeiten an einem Vortrag über das Buch «Der Zauberer von Oz». Eine der Jugendlichen bringt halluzinogene Drogen mit. Was erst ein Ausprobieren und eine Mutprobe ist, wird zum schlimmen Trip: Die Clique findet sich plötzlich real in der fiktiven Geschichte wieder und gerät in Gefahr.

 

Sturm sorgt für Chaos, auch symbolisch

Im Stück «Starkwindereignisse» gewährt der Verein Musical Fever einen Blick ins Auge des Sturms und in das durch das Unwetter verursachte Chaos. In vier überraschend verlaufenden Geschichten erleben die Zuschauerinnen und Zuschauer, wie die Schicksale verschiedener Gruppen durch raue Winde beeinflusst werden. Der Sturm kann aber durchaus auch symbolisch verstanden werden, wie eben in der ersten Szene.

Jede der in sich abgeschlossenen Geschichten dreht sich um die Themen, die die Jugendlichen beschäftigen: Liebe, Eifersucht, Konflikte unter Geschwistern, Freundschaft oder auch Konsumverhalten. Sie wirken mal düster und melancholisch, mal lustig und heiter. Co-Regie führen Carmela Beja und Kim Gvozdić. Im Gespräch vor der Hauptprobe blickt Carmela Beja zurück:

 

«Eigentlich hätten wir 2020 unser 20-Jahr-Jubiläum gehabt. Wir planten schon sehr lange eine aufwendige Eigenproduktion, aber dann kam uns Corona dazwischen.»

 

Nach eineinhalb Jahren unfreiwilliger Spielpause hatte die aktuelle, neu konzipierte Produktion einen grossen Vorteil: Das Ensemble hat sich in Videochats getroffen und so Handlungen und Figuren zusammen erarbeitet. Geprobt wurde live, aber in kleinen Gruppen, sodass die Sicherheitsmassnahmen eingehalten werden konnten. «Die über zwanzig Songs haben wir aus alten Produktionen übernommen, aber alle neu getextet», erzählt die Regisseurin.

 

Monatelange Arbeit zeigt sich in jeder Szene

Auf der Bühne stehen 19 Spielerinnen und Spieler, das Orchester besteht aus 18 Musikerinnen und Musikern. Die jungen Darstellerinnen und Darsteller verdienen alle ein grosses Lob für ihre starke Bühnenpräsenz, ihre Leidenschaft, die sie ausstrahlen und ihr gesangliches und tänzerisches Können. Die monatelange Arbeit zeigt sich in jeder Szene. Ebenso stark wirken die Songs, die das Orchester – etwas versteckt auf der Bühne platziert – live performt.

Carmela Beja freute sich nach der gut zweistündigen Hauptprobe: «Ehrlich gesagt dachte ich zu Beginn der Probezeit nicht, dass wir es so gut hinbekommen. Doch uns verbindet die Liebe zur Bühne, wir lassen uns von einem Virus nicht unterkriegen!» Das spürt man.

Quelle: Luzerner Zeitung


Ana und Joël waren zu Gast beim Podcast "Nämmer Eis" und sprachen über den Verein Musical Fever und das Projekt "Starkwindereignisse".