Presse: Bericht Luzerner Woche

19.01.2005

Auf Stippvisite bei Mogli, Balu und co.

Der Verein „Musical Fever“ hat im Sommer mit dem Projekt W.I.L.D. den Förderpreis „Engagierte Jugend“ gewonnen. Wie gut die 20 000 Franken in der Neuerzählung des „Dschungelbuchs“ angelegt sind, zeigt ein Besuch bei den Orchester- und Choreografieproben zwei Monate vor der Premiere.


Es kommt Leben in den Dschungel. Seit den Sommerferien laufen die Proben für das Musical W.I.L.D., das die Geschichte vom Menschenkind Mogli aus dem „Dschungelbuch“ musikalisch nacherzählt. Danach den Einzelproben werden nun in einem nächsten Schritt Gesang und Orchester zusammengefügt, während die Choreografie-Abteilung mit den „Schauspieler-/Innen“ die umgeschriebenen Lieder tänzerisch zur Bühnenreife bringen soll. Viel Zeit bleibt nicht mehr. AM 18.Februar feiert das Stück des Vereins „Musical Fever“ Premiere. Doch kein Grund für die Verantwortlichen, nervös zu werden. „Das gesamte Team leistet hervorragende Arbeit, ist topmotiviert, lernbegierig und freut sich auf die erstmalige Präsentation vor Publikum“, erzählt Regisseur Daniel Korber.

„Mehr aus sich herauskommen“

71 Personen engagieren sich als Schauspieler, Musiker oder Bühnenbauer, in der Licht- und Tontechnik, für das Marketing, die Kostüme oder für die Organisation des Probelagers. Das Team ist im Vergleich zum Vorjahr deutlich jünger geworden. Kein Nachteil, glaubt der Regisseur. „Wichtig ist, dass die Leute vol hinter der Sache und auch hinter dem Stück stehen.“ Das ist, wie er findet, der fall. Dennoch würde er sich wünschen, dass „einige noch mehr aus sich herauskommen“. Der Kantischüler aus Luzern war bei der letzten Produktion selber noch als Schauspieler mit dabei, besuchte während drei Jahren das Freifach Theater und weiss deshalb, wovon er spricht. Aus dieser Zeit weiss er auch, wie Schauspielproben in etwa ablaufen sollten. Das Drehbuch für das Musical schrieb der 1-jährige Regie-Debütant während den Sommerferien. Eine Woche lang zog er sich ins Ferienhaus von Bekannten zurück und brachte seine Ideen zu Papier.

„Geld nicht in den Sand setzen“

Nun, da das Drehbuch steht und das Projekt W.I.L.D. angerollt ist, könnte er sich eigentlich etwas zurücklehnen. Doch das will er nicht, das entspricht nicht seinem Naturell. „Als Regisseur werde ich wohl noch viel nervöser sein denn als Schauspieler“, fiebert Daniel Korber dem grossen Moment der Premiere entgegen, „und sicher auch ein bisschen neidisch auf die Schauspieler“. Er ist nach wie vor überzeugt von der richtigen Stückwahl. „Das Dschungelbuch ist nicht sehr kompliziert, enthält auch keine besondere Botschaft, ist aber dennoch unterhaltsam, weil es alle Aspekte der Gefühlswelt zeigt, von Liebe über Glück, Neid und Angst bis zur Trauer“. Ausserdem ist es ein Stück für die ganze Familie. Nicht zuletzt deshalb glaubt man beim Verein „Musical Fever“ an eine grosse Publikumsresonanz. Schliesslich will man „dem durch den Förderpreis erwachsenen Druck unbedingt standhalten und das investierte Geld nicht in en Sand setzen“. In den nächsten Wochen wird fleissig weitergeprobt. Einmal pro Woche. Gesang und Orchester, Schauspiel, Choreografie, alle Puzzleteile werden allmählich zu einem Ganzen zusammengefügt. Nach der Fasnacht geht’s dann ins Probelager nach Beromünster, wo das Dschungelbuch Marke „Musical Fever“ seinen letzten Schliff erhält. Die Premiere findet am Freigag, 18. Februar in der Aula der Kantonsschule Alpenquai Luzern statt.

Förderpreis erleichtert Arbeit

Die dank dem ersten Preis beim Wettbewerb „Engagierte Jugend“ gewonnene 20000 Franken wurden noch nicht angetastet. Produktionsleiterin Theres Schäfer weiss, dass von nun an laufend Beträge abgebucht werden. „Das Bühnenbild und die Kostüme sind sicher die grössten Posten“, sagt sie. „Dieser Preis hat unsere Arbeit stark erleichtert. Da in diesem Jahr die Sponsorensuche weitgehend entfällt, können wir uns auf andere Dinge konzentrieren.“ Dennoch nimmt der Verein gerne Materialspenden entgegen. Theres Schäfer: „Die zuständigen Personen im Team kümmern sich aber selber um potentielle Sponsoren.“
(Daniel Schwab)