Darstellerisch überzeugend: Szene aus dem Musical «Nobody’s Perfect» an der Kanti Luzern. Bild Pius Amrein

Presse: Neue Luzerner Zeitung

16.01.2012

Alles Laien – mit einem fast perfekten Musical

Kanti-Aula Der Verein Musical Fever bietet mit «Nobody’s Perfect» temperamentvolle Unterhaltung. Die Premiere riss alle mit.

Die Erzählerin (Leonie Thomas) nimmt das Publikum in der Aula der Kanti Alpenquai mit auf eine Zeitreise ins Chicago von 1925: «Jazz ist überall. Wie auch der Whiskey, obwohl der verboten ist.» Das Bühnenbau-Team schuf eine echt anrüchige Spelunke, wo die Puppen tanzen und die Mafia ihre schmutzigen Geschäfte abwickelt.

Männer flüchten in Frauenrollen

Bei der Premiere des Musicals «Nobody’s Perfect» am Freitag riss einen die Handlung sofort mit – bestens bekannt aus dem Film «Manche mögens heiss» mit Marylin Monroe in der Hauptrolle. Die Musiker Joe (Rafel Gil) und Jerry (Elias Barmettler) werden Zeugen eines Mafia-Mordes und müssen fliehen. Da kommt es ihnen gerade recht, dass in einer Frauenband zwei Plätze frei sind. Dass aus ihnen nun Josephine und Daphne werden muss, stört sie nur kurz. Denn um die hübschen anderen Bandmitglieder zu beeindrucken, spielen sie ihre Rollen liebend gern. Vor allem die bildschöne Sugar (Yvonne Sieber) lässt sie die Maskerade aufrechterhalten. Joe spielt eine weitere Rolle, die des Millionärs Junior, in den sich Sugar prompt verliebt. Als die Mafia den beiden auf die Spur kommt, treibt die amüsante Story ihrem (natürlich guten) Ende zu. Musical Fever ist ein Verein mit rund 220 jungen Menschen zwischen 12 und 26 Jahren. Die gemeinsame Leidenschaft ist das Musical. Die jungen Talente bringen sich ein, wo sie stark sind – vor oder hinter der Bühne, im handwerklichen oder künstlerischen Bereich. Beteiligt sind nebst Kantonsschülern auch andere Schüler und Lehrlinge. Seit der ersten «Nobody’s Perfect»-Probe Ende August 2011 fanden unzählige Chor-, Tanz-, Musik- und Schauspielproben statt. Das enorme Engagement aller Beteiligten ist in jeder Szene zu sehen: Die Texte kommen flüssig, die Mimik sitzt, die Tanzschritte überzeugen, die Gags folgen sich Schlag auf Schlag: Über zwei Stunden lang wird der Zuschauer auf hohem Niveau unterhalten. Einzig bei einigen Liedern dürften die Stimmen noch etwas mutiger eingesetzt werden.

Wechselnde Kostüme, tolle Songs

Ein riesiges Kompliment verdienen die Verantwortlichen der Kostüme. Jede Rolle wechselt mindestens fünfmal die Bekleidung. Ein Traum sind die 26 Songs, die alle von den Jungtalenten selber getextet und arrangiert wurden. Bekannte Songs von Michael Jackson, den Beach Boys oder Queen liessen niemanden im Publikum ruhig sitzen bleiben. Die begeisterten Reaktionen des Publikums waren ein schöner Lohn für die intensive Probezeit: Es gab fast ununterbrochen Lacher, häufig spontanen Zwischenapplaus sowie minutenlange Ovationen zum Abschluss. Erstmals Regie führte der ehemalige Kantonsschüler David Inauen, der sich in der Pause freudig-erleichtert zeigte: «Man kann ja nie abschätzen, wie es läuft, es sind ja alles Laien.» Das leidenschaftliche Engagement aller Beteiligten war aber alles andere als laienhaft.

Yvonne Imbach

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Presse: 20 Minuten

12.01.2012

Musical-Fieber in der Kanti Alpenquai

LUZERN Manche mögens heiss - ab morgen Abend präsentieren über 70 Schüler der Kantonsschule Alpenquai das nach dem Film "Some Like It Hot" neu geschriebene Musical "Nobody's Perfect". Die Aula ist bereits an allen zehn geplanten Vorstellungen ausverkauft. Retournierte Tickets werden jedoch im Internet wieder angeboten.

Darstellerisch überzeugend: Szene aus dem Musical «Nobody’s Perfect» an der Kanti Luzern. Bild Pius Amrein