Presse: Besprechung Neue Luzerner Zeitung

15.02.2008

Piraten entern die Kantonsschule

Das Musical „Mila“ hat heute Premiere. Es geht um Piraten, Liebe und viel Gesang.

Die Aula der Kantonsschule Luzern ist in diesen Tagen fest in den Händen einer Horde Piraten. Es herrscht ein hektisches Treiben auf der Bühne – Pardon, an Bord. Die Proben zur Premiere von „Mila – Ein Piratenmusical“ laufen auf Hochtouren. Mikrofone werden getestet, Kabel verlegt, Text und Positionen einstudiert.

Schon die achte Premiere

Schon zum achten Mal führt der Verein Musical Fever ein Stück in der Aula der Kantonsschule auf. Während sicher der aus aktuellen und ehemaligen Kantonsschülerinnen und –schülern sowie Absolventen anderer Schulen zusammengesetzte Verein in vergangenen Jahren oft an bestehenden Musicals versuchte, sollte es diesmal ein selbst verfasstes Stück werden.

In den Herbstferien mietete ein fünfköpfiges Autorenteam eine Ferienwohnung und verfasste innerhalb einer Woche einen Rohtext. „Wir diskutierten, schreiben und arbeiteten von morgens bis abends an der Story“, sagt Daniel Korber. Er ist einer der Autoren und führt zusammen mit Josi Sieber Regie.

Alles selber gemacht

Das Musical „Mila“ handelt vom tollpatischigen Piraten Finn, der sich in die schöne Mila verliebt und sie in bester Piratenmanier entführt. Nicht nur die Geschichte des Musicals ist eine Eigenproduktion. „Wir haben alles selbst gemacht und keine professionelle Hilfe beansprucht“, sagt Korber. So sei aus den über 50 Darstellern, Technickern, Musikern und Leitern ein enger Freundeskreis geworden. „Wenn man ein ganzes Musical neben der Schule organisieren muss, kann man schon manchmal an der Anschlag kommen“, sagt Annja Winter, die Produktionsleiterein und Sponsoring-Verantwortliche.

Beeindruckendes Bühnenbild

Ein Highlight von „Mila“ ist die Bühne, die mit viel Liebe zum Detail ins Piratenschiff „Pelikahn“ verwandelt wurde. Aus den Kanonenrohren raucht und blitzt es, an Deck wimmelt es von dicken Seilen und Holzfässern und die Kapitänskajüte ist stilecht. „Dieses Jahr war sehr viel Enthusiasmus zu spüren“, sagt Korber. „Deshalb ist uns ein speziell schönes Bühnenbild gelungen.“ Auch das Bühnenlicht erinnert keineswegs an eine amateurhafte Schüleraufführung. Aber auch hier sind keine Profis am Werk, sondern ausschliesslich Musical-Fever-Mitglieder, die bei den letzten Produktionen praktische Erfahrung sammelten.

Acht Vorstellungen geplant

Letztes Jahr, beim Musical „Die mit dem Graf tanzt“, waren sechs Vorstellungen geplant. Wegen der hohen Nachfrage mussten zwei Zusatzvorstellungen gegeben werden. Die Macher von „Mila“ hoffen nun auf einen ähnlichen Erfolg und planen gleich mit acht Vorstellungen. Die Piraten zeigen sich bei den letzten Proben noch etwas ungestüm. Eine Meuterei vor der Premiere schien aber ausgeschlossen. Schon nervös? „Nein“, meint Co-Regisseur Korber, „es gibt aber noch viel zu viel zu tun, um an Nervosität zu denken.“

(Ismail Osman)

Presse: Besprechung Anzeiger Luzern

15.02.2008

„Wir machen alles selber“

Mit dem Stück „Mila – ein Piratenmusical“ steht bereits die neunte Produktion vom Musical Fever in den Startlöchern. 50 Jugendliche nehmen die Zuschauer in der Aula der Kanti Alpenquai auf eine Reise in die Südsee mit. Am kommenden Freitag ist Premiere.

Mit den unzähligen Proben in den Beinen und Stimmbändern stehen die jungen Künstler bereit. Musical Fever lädt Gross und Klein in die Aula der Kanti Alpenquai, welche sich für die nächsten zwei Wochen fest in den Händen der Crew des Piratenschiffs Pelikahn befindet. Käpt’n Sun und seine Mannschaft sind, gelinde gesagt, eine nicht ganz gewöhnliche Piratencrew. Käpt’n Sun nimmt aus Überzeugung nur Piraten in seine Mannschaft auf, die nicht mehr alle Tassen an Bord haben. Besonders der junge Pirat Finn sticht heraus, der an Tolpatschigkeit und Doofheit nicht zu überbieten ist und Tag für Tag von seinen Kameraden verspottet, mit Fischabfällen beworfen und über Bord gestossen wird. Doch eines Tages erzählt ihm die freundliche Piraten Soda von einem Mädchen irgendwo in den Weiten des Meeres, welches genauso doof und tolpatschig sein soll wie er. Sein trübes Leben bekommt schlagartig einen neuen Sinn: Er möchte das Mädchen finden und den Rest seines Lebens mit ihr verbringen. Bald findet er sie auch. Doch das Mädchen – Mila ist ihr Name – ist widerspenstig und verwähnt. Finn muss erst ihr Herz gewinnen.

Keine fremde Hilfe

Während sich die Stücke früherer Produktionen an Büchern und Filme anlehnten oder zumindest Songs oder Ideen aus bereits Bekanntem übernahmen, entstand die Geschichte von „Mila – ein Piratenmusical“ vollständig in den Köpfen des eigenen Autorenteams. Auch die Begleitmusik sowie Songtexte und Choreografie sind ausschliesslich aus den eigenen Federn. Dies ist das Resultat einer kontinuierlichen Aufbauarbeit seit der Gründung von Musical Fever im Mai 2000. Der Verein entstand damals nach zwei Produktionen innerhalb des neuen Schwerpunktfachs Musik. Seither sind die Jugendlichen vollkommen unabhängig. Verantwortung und Chargen sind auf viele Mitwirkende verteilt, neue Mitglieder werden integriert und „alles, vom Flyer über das Bühnenbild bis zur Homepage, wird selber gemacht“, betont die Medienverantwortliche Noëmi Parlevliet (18) aus Kriens. Auch sie gehört zum Autorenteam und steht als Darstellerin auf der Bühne.

Herzblut und Fantasie

Am Stück geprobt wird bereits seit letztem Sommer. Jeden Montag kommen die Kantischüler zusammen, dazu gesellen sich zahlreiche Probewochenenden, die Probewoche in Beromünster im Januar, sowie tägliche Proben in der letzten Woche. Alle sind mit Leidenschaft dabei, die Freude an der Sache ist Antrieb genug, um die Doppelbelastung Schule-Musical zu meistern. Die Schulleitung lässt die jungen Theatermacher gewähren und stellt die Aula für drei Wochen zur Verfügung.

Liebe und Intrige

Ab Freitag 15. Februar, 19.30 Uhr wird sich die harte Arbeit nun auszahlen. Der Vorhang öffnet sich für die Premiere und sieben weitere Aufführungen innerhalb der nächsten zwei Wochen. Kann der Pirat Finn das Mädchen seiner Träume zähmen? Und wird sich Käpt’n Sun gegen den Piraten Mäander behaupten können, der die Mannschaft zur Meuterei anstachelt? Ein Besuch von „Mila – ein Piratenmusical“ lohnt sich auf alle Fälle – wie auch ein Blick in die Homepage www.musicalfever.net, wo alle Aufführungsdaten sowie Hintergrundinformationen zu finden sind.

(Guy Studer)