Presse: Bericht Neue Luzerner Zeitung

28.02.02

Jugendliche sind vom Musical-Fieber erfasst

Ein Virus, das Musical-Fieber, ergriff die 13- bis 21-jährigen Jugendlichen, die kurz vor der Premiere stehen. «Musical Fever» lautet auch der Name des Vereins, den die Jugendlichen im Mai 2000 gegründet haben. Die Begeisterung für Musik, Theater und Tanz hat sie zusammengeführt, getrieben vom Traum, eigene Musicals zu produzieren.

Interesse und Spass

Das Ganze nahm vor vier Jahren seinen Anfang. Schüler und Schülerinnen der Kantonsschule Luzern besuchten das Schwerpunktfach Musik. Das Produkt: das Kurzmusical «Götterspektakel». Im Januar 2001 die erste Produktion des neu gegründeten Vereins: «Sister Act II». Dabei waren nicht nur Kantonsschüler im Einsatz, sondern auch Jugendliche, die einfach Interesse und Spass hatten, ihre Fähigkeiten in die Produktion eines Musicals einzubringen. Das Fieber breitete sich aus.

Bei der diesjährigen Produktion sind fünfzig Jugendliche vor und hinter der Bühne zu sehen. Die Proben dafür haben im Sommer 2001 begonnen, wöchentlich fanden Schauspiel-, Gesangs- und Orchesterproben statt. Die jungen Akteure sind drei Tage vor der Premiere äusserst eifrig, aber nicht gestresst. «Wir sind voll und ganz im Zeitplan», so Flavio Lanfranconi (5. Kanti) und Andi Weber (4. Kanti), Regisseure und Schauspieler zugleich. Einzig das Bühnenbild sei noch nicht hundertprozentig fertig.

Musicalparodie

Lorenz Ulrich (6. Kanti), musikalischer Leiter, erklärt, dass sie sich dieses Jahr recht schwer taten, ein geeignetes Musical zu finden, das allen passte. Ein Tipp eines Freundes führte sie in «den kleinen Horrorladen» - den «Little shop of horror». Dieses Kultmusical aus den Sechzigerjahren sei eine Parodie auf andere Musicals und habe einen bitteren Unterton auf das Showbusiness, dies sei ganz in ihrem Sinn und Geist, so Ulrich. Zudem besteche die Musik durch ihre Vielfältigkeit: von Rocksongs über schnulzige Balladen bis hin zu südamerikanischen Rhythmen.

Kunterbuntes «Grusical»

Während der Probe sind alle voll und ganz, mit grosser Begeisterung und sprühender Energie bei der Sache. So erstaunt es nicht, dass Barbara Krähenbühl, Marketingchefin der Produktion, auch auf der Bühne zu finden ist und gar als Konzertmeisterin im Orchester sitzt. Das Musical-Fieber und neu entstandene Freundschaften verbinden die Jugendlichen, die easy wirken, aber hart arbeiten und sich mit grossem Zeitaufwand für dieses Projekt einsetzen - ziemlich professionell.

Das Publikum darf auf die Premiere gespannt sein. Eine Mischung aus humorvoller Ironie und Ernsthaftigkeit erwartet den Zuschauer - ein kunterbuntes Grusical, das den vielen jugendlichen Talenten eine Bühne bietet.
(Sandra Niederberger)